Den Körper wieder auf den Fuß stellen

Den Körper wieder auf den Fuß stellen

Auszug ORTHOpress 3/2004

Die Füße sind das Fundament des menschlichen Körpers, das weiß jeder. Dass aber der richtige Abrollvorgang beim Gehen einen enormen Einfluss auf die gesamte Körpermechanik (Biomechanik) haben kann, wissen die wenigsten. Verschleißbedingte Erkrankungen wie Großzehen-, Knie-, oder Hüftarthrose, aber auch chronische Wirbelsäulenleiden wie z.B. Arthrose der Wirbelgelenke, degenerative Bandscheibenprobleme oder Veränderungen der Iliosakralgelenke und diverse Nackenprobleme können mit Fußveränderungen in Zusammenhang stehen. 

Zwischen der Funktion der Füße und der Wirbelsäule herrscht ein direkter Zusammenhang, der oft unterschätzt wird. Aber auch umgekehrt gilt: Zwischen Wirbelsäulenhaltung und Fußdeformitäten gibt es Zusammenhänge, wie der ehemalige Leistungssportler Dr. Olaf Then aus eigener leidvoller Erfahrung weiß. „In einer 14 Jahre dauernden Leidenszeit als Sportinvalide sammelte ich Erfahrungen am eigenen Leib mit den meisten der üblichen Behandlungsmethoden, die von A wie Akupunktur, über C wie Cortisonspritzen, M wie Massagen oder Magnetfeldtherapie bis P wie Physiotherapie in diversen Variationen reichten – jedoch ohne entscheidenden Erfolg. Der letztendlich ausschlaggebende Erfolg meiner eigenen Rehabilitation kam erst durch den Wiederaufbau meiner Füße und den dadurch normalisierten Abrollvorgang in Kombination mit der Behandlung des ganzen Körpers zustande. Erst dadurch konnte sich der ganze Körper wieder stabilisieren“, darin ist sich Dr. Then ganz sicher.

Die Analyse alltäglicher Bewegungen führt zur Diagnose

Erreicht wurde dies über ein bestimmtes Trainingsprogramm mit einem speziellen koordinativen und propriozeptiven Trainingsgerät. Dr. Then, der inzwischen in Deutschland, England und China eine profunde Ausbildung zum Orthopäden und Sportmediziner absolvierte, setzt seine Erfahrungen und Kenntnisse nun in seiner Orthopädischen Privatpraxis in Sauerlach, einem südlichen Münchener Vorort, ein, in der er sich auf die Behandlung von chronischen, verschleißbedingten Gelenk- und Rückenschmerzen spezialisiert hat. Dr. Then: „Grundlage meiner Therapie ist eine ausgiebige Diagnostik, bei der ich vor allem die Körperstatik und -mechanik im Gesamtzusammenhang der einzelnen Gelenke sowie die Fehlfunktion bei Alltagsbewegungen wie Gehen und Laufen berücksichtige. Zur Analyse der Ursachen setze ich u.a. auch Videoaufnahmen ein.“ Neue Bewegungsmuster biodynamisch stabilisieren.

Alle Gelenke des menschlichen Körpers arbeiten wie ein System aus Zahnrädern zusammen. Um entsprechende Therapieerfolge zu erzielen, ist dies bei jeglicher Diagnostik und Therapie unbedingt zu berücksichtigen.

Neue Bewegungsmuster biodynamisch stabilisieren 

Durch die bisher übliche Einlagenversorgung kann nach Dr. Then die Funktion der Füße nicht entscheidend verbessert werden. Unabdingbare Voraussetzung ist vielmehr eine Kräftigung der Fußmuskulatur in Zusammenhang mit allen aufsteigenden Muskelketten, die wiederum ihre Informationen über die Fußsohle bekommen.

Dazu werden zuerst nicht operative Maßnahmen, wie spezielle Akupunktur, Triggerpunktbehandlungen, Neuraltherapie u.a. zur Restruktuierung (Optimierung) angewendet. Sofort im Anschluss an eine derartige Behandlung erlernt der Patient die biomechanisch richtigen Bewegungen. Später müssen spezielle Übungen als „Homework“ durchgeführt werden.

Diese „Biodynamische Stabilisierung“ genannten Übungen basieren auf dem Bewegungsmuster der Naturvölker, dem „Biomechanisch richtigen Gehen“® und wurden mit physiologisch-chiropraktischem Wissen kombiniert.

Dr. Then hat sie mit Elementen aus Tai Chi, Yoga, der so genannten Neuromobilisierung, chiromobilisierenden und osteopathischen Techniken zusammengestellt. Sie haben den entscheidenden Vorteil, dass sie sehr einfach erlernbar sind und in etwa 5-10 Sekunden – in den Alltag integriert – durchgeführt werden können. Wenn derartig die Patienten wieder richtig auf die Füße gestellt sind, können auch Knie, Hüften, Wirbelsäule und alle anderen Gelenke wieder in ihre natürliche Statik zurückkehren und ihre volle Funktion wieder aufnehmen.

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